VULKANE ALS RETTER FRÜHEN LEBENS

Die Oberfläche der Erde besteht aus neun großen und zahlreichen kleinen ozeanischen und kontinentalen Platten, die ständig, zwar sehr langsam, aber meßbar, in Bewegung sind. Platten können dabei miteinander kollidieren, was zur Bildung von Gebirgen wie etwa den Alpen führt oder zerbrechen. Diese Prozesse dauern seit der Bildung einer festen Erdkruste vor ca. vier Milliarden an, sie verändern so das Aussehen der Kontinente ständig über die Jahrmillionen hinweg.


Vor ca. 770 Millionen Jahren, auf der Erde lebten nur primitive Organismen, das Land war noch nicht durch Pflanzen besiedelt, zerbrach ein riesiger Superkontinent in zahlreich kleine Landmassen. Diese befanden sich zu dieser Zeit in Äquatornähe. Große Binnenflächen, auf denen nur wenige Niederschläge niedergingen, wurden so zu feuchten Küstenarealen.



Verstärkte Niederschläge wuschen das vorhandene wärmespeichernde Kohlendioxid aus der Atmosphäre aus und ließen die kontinentalen Gesteine schneller verwittern. Infolgedessen sanken die Temperaturen weltweit, dicke Eisschichten überzogen die polnahen Ozeane.



Die riesigen Eisfelder reflektierten zusätzlich einen großen Teil des einfallenden Sonnenlichtes und ließ so die Temperaturen weltweit weiter absinken.

Diese Rückkoppelungsprozesse lösten anscheinend eine unaufhaltsame Abkühlung aus, so dass die Erde wahrscheinlich weitgehend von Eis bedeckt war. Das Leben war, da die globale Mitteltemperatur bei -50°C lag, auf wenige wärmere Zonen am Äquator oder am Boden tiefer Ozeane beschränkt.

Eine Umkehr dieser Prozesse stellte sich erst nach vielen Jahrmillionen ein. Im Inneren der Erde liefen die Prozesse des Wärmetransportes unverändert weiter, ständig brachen auch Vulkane aus, an den Mittelozeanischen Rücken, der Nahtstelle auseinander weichender ozeanischer Platten, füllte ständig nachfließender Basalt die Spalten, über tausende von Kilometern hinweg, wieder auf.

Hierbei entwichen unaufhörlich vulkanische Gase, darunter vor allem das klimarelevante Kohlendioxid. Da der größte Teil des Wassers auf der Erde als Eis gebunden war, war die Luft kalt und trocken.

Hierdurch konnte auch das durch Vulkane weiter abgegebene Kohlendioxid nicht ausgewaschen werden. Es reicherte sich allmählich wieder in der Erdatmosphäre an, die Wärmespeicherung durch dieses Gas setzte zunehmend wieder ein, so dass die Eismassen allmählich abschmolzen. Das sich erwärmende Meerwasser verlor damit einen Teil seiner Möglichkeiten Kohlendioxid zu speichern und entliess dieses in die Atmosphäre, wo es zur zusätzlichen Erwärmung beitrug. Auf diese Weise wurden wieder weltweit Bereiche eisfrei, die dem sich explosionsartig ausbreitenden Leben zur Verfügung standen.

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